Karikatur
Wird es einmal jemand glauben, fragten wir uns.
Kann das jemand begreifen…
Wochenlang in einem geschlossenen Viehwagen, dessen kleine Fensterchen mit Stacheldraht vergittert waren, oder im offenen Kohlenwagen zu 100, 130 oder gar zu 150 zusammengepreßt zu leben, ohne Wasser, ohne sanitäre Einrichtungen – in drückendster Hitze oder peinvollster Kälte.
Am 5. Februar 1945 wurden wir im KZ Groß-Rosen – 6.000 Leidensgefährten – einwaggoniert. Den 16. Februar kamen 1.200 Lebende auf dem Bahnhof Mauthausen an. 180 fielen auf der Strecke vom Bahnhof zum Lager. 645 weitere fanden im März den Hungertod.
Am 5. Mai 1945 – dem Tag der Befreiung – lebten von diesem Transport aus Groß-Rosen nur noch 32.
Das ist die Bilanz eines einzigen Transportes.
(aus: Simon Wiesenthal: KZ Mauthausen, 1946)

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