Biographie

Tätigkeit in Wien


1961-2004

Dole, Wiesenthal und Doles Gattin sitzen im Dokumentationszentrum

Wiesenthal übersiedelt nach Wien und gründet nach einer kurzen Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde, das Dokumentationszentrum des Bundes Jüdischer Verfolgter des Naziregimes.
Er widmet sich voll und ganz der Fahndung nach
NS-Verbrechern, die aufgrund der gesetzlichen Verjährungs-fristen die Aussicht haben, sich dem Zugriff der Gerichtsbarkeit zu entziehen.

Simon Wiesenthal mit Gattin Cyla und EnkelkindAuf seiner Suche nach „Gerechtigkeit für Millionen unschuldig Ermordeter“ wird er für viele entweder zu einem unbeirrbaren oder aber unbequemen Zeitzeugen.
In Erfüllung seiner selbst auferlegten Pflicht, als Überlebender des Holocaust vor dem Vergessen der Shoa zu warnen, die nicht mit Massenmord und Gaskammern begonnen hat, sondern mit der Demontage von Demokratie und Menschenrechten, hält er Vorträge in aller Welt. Auch als Autor zahlreicher, in mehrere Sprachen übersetzter Bücher hinterlässt er ein Vermächtnis für nachfolgende Generationen. (Publikationen)

Während dieser langjährigen Tätigkeit sind Simon Wiesenthal
und seine Familie immer wieder antisemitischen Anfeindungen aus-gesetzt, 1963 richtet sich ein Drohanruf gegen das Leben seiner Tochter. Nach einem Sprengstoffanschlag, den ein Täter aus der
rechtsextremen Szene auf Wiesenthals Wohnhaus in Wien-Döbling
1982 verübt, werden sowohl sein Privathaus als auch sein Büro von
Sicherheitsleuten bewacht.



2005

Eine Schulklasse nach dem Gespräch mit dem Zeitzeugen Simon Wiesenthal, 1994Nachdem er bis ins hohe Alter täglich seiner Lebensaufgabe nachgegangen ist, zieht sich Simon Wiesenthal nach dem Tod seiner Ehefrau Cyla im November 2003 immer mehr zurück. Am 20. September 2005 stirbt er in Wien und wird in Herzlija/Israel beigesetzt.

 

 

nach oben